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Im 2. Jahrtausend vor Christus zerfällt das sumerische Reich und
die Babylonier treten auf den Plan. Sie werden das herrschende
Kulturvolk im Zweistromland.
Ihre Kultur baute auf der sumerischen auf, also beherrschten sie
auch das Bierbrauen. Es ist uns heute bekannt, daß die Babylonier
es bereits verstanden, 20 verschiedene Biersorten zu brauen. Davon
sollen 8 aus reinem Emmer (antike Getreidesorte), weitere 8 aus
reiner Gerste und 4 aus einem Getreidegemisch gebraut worden sein.
Das Bier jener Zeit war trüb und ungefiltert. Man benutzte einen
Vorläufer des Strohhalms, ein dünnes Röhrchen, um nicht die
Rückstände der Bierzubereitung in den Mund zu bekommen, da diese
recht bitter waren. Lagerbier wurde sogar bis in das 1000 km
entfernte Ägypten exportiert.
Hammurabi, ein bedeutender babylonischer König und
Reichsgründer, erließ die älteste Gesetzessammlung. In dieser wurde
unter anderem ein Gesetz gefunden, daß der Bevölkerung Babyloniens
eine tägliche Ration Bier zusicherte. Die Biermenge war abhängig
vom sozialen Stand des Einzelnen. So erhielten zum Beispiel normale
Arbeiter zwei Liter Bier, Beamte erhielten drei Liter und Verwalter
und Oberpriester sogar 5 Liter Bier täglich. Zu jener Zeit wurde
Bier nicht verkauft, sondern ausschließlich gegen Gerste getauscht.
Da das Bierbrauen zu den häuslichen Tugenden gehörte, war es
Frauensache. König Hammurabi ließ eine Schankwirtin ertränken, weil
Sie sich in barer Münze bezahlen ließ. Ebenso wurde verfahren, wenn
minderwertiges Bier in den Ausschank gelangte. Man nahm es also
damals schon ziemlich genau. Man könnte sagen, dass Brauen eine
bierernste Sache war.
1911 fand man bei Ausgrabungen in Alzey in einem römischen Brunnen
einen steinernen Krug. Chemische Analysen der darin enthalten
bräunlichen Substanz ergaben, das es sich hierbei um Maische
handelt. Es wird geschätzt, das diese Maische über 1.600 Jahre alt
ist.
Ägypter, bald die Nummer eins im nahen Osten, führten das
Bierbrauen fort, welches sie sich wahrscheinlich schon zu Zeiten
der Sumerer abgeguckt hatten.
Sie benutzten teilweise ungebackenen Brotteig zur Bierherstellung.
Noch heute stellen Bauern am Nil, die Fellachen, ihr Bier auf diese
Weise her. Die Ägypter gaben dem Sud Datteln, Anis, Safran oder
Honig hinzu, damit das Bier schmackhafter wurde. Welche Bedeutung
das Bierbrauen auch im antiken Ägypten hatte, läßt sich an der
Tatsache erkennen, dass die ägyptischen Schriftgelehrten ein
eigenes Schriftzeichen für Bier einführten. Ein Hinweis auf die
Bedeutung des Bieres ist dabei, daß das Zeichen für Mahlzeit aus
den Zeichen für Brot und Bier zusammengesetzt war.
Quelle: BIER FÜR DUMMIES dt. Ausgabe D.Kann, H.
Latz-Weber und G.Mühlwitz
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