Berliner Weisse
Die Weiße ist ein Bier mit vielen Gesichtern,
oder sollte man besser sagen, mit vielen Geschmäckern und
Farben?
Eins ist klar, als wohl einziges Bier Deutschlands (sieht man
einmal von der obligatorischen Zitronenscheibe im Weißbier ab) hat
es sich beim Genuß der Weißen fast schon zum Volkssport entwickelt,
diese mit allen möglichen und unmöglichen Zutaten zu
verfeinern.
Und diese Mixerei kommt nicht von ungefähr, denn den meisten
Leuten ist die Weiße schlicht und ergreifend zu sauer!
Deshalb wird bevorzugt Himbeersirup (schon ist sie rot), oder
Waldmeistersirup (schon ist sie grün) in das Weiße -Glas
gegeben.
Am Mittelmeer wird frisch gepreßter Zitronensaft (dann ist sie aber
wirklich sauer!) und in Florida Limonensaft hinzu gegeben.
Hartgesottene genießen die Weiße sogar mit Kümmelschnaps - wers
mag...
Egal wie man die Weiße genießt - sie ist durstlöschend!
Und was noch interessanter ist, sie besitzt in der Regel nur einen
Alkoholgehalt von 2,5 %!
Nun, wo liegt aber das Geheimnis der Weiße, und wieso ist sie
sauer? Das Geheimnis liegt wohl in der Gärmethode - zusätzlich zu
einer obergärigen Hefe werden ausgewählte Milchsäurekulturen
beigegeben.
Aber keine Angst, sie trinken keineswegs vergorene Milch, im
Gegenteil, ein ähnliches Verfahren wird auch für die Herstellung
von Champagner benutzt - nicht umsonst nennt man die Weiße auch den
"Champagner des Nordens".
Der Stammwürzegehalt liegt übrigens bei 7,5 %, also weit unter der
von Pils, das 12 % vorweist. Die Weiße verfügt über noch eine
andere Besonderheit: die Haltbarkeit. An manchen Orten werden der
Weißen durchaus mehrere Jahre zum Reifen gegönnt.