In der Meierei im Neuen Garten in das Flair des 18. Jahrhunderts eintauchen

Bier brauenAlten Gebäuden neuen Glanz verleihen. Nach diesem Motto eröffnete auch der Braumeister Jürgen Solkowski gemeinsam mit seiner Frau die Brauerei mit angeschlossener Gastronomie im Neuen Garten in Potsdam. Für das historische Ambiente sorgt dabei die Meierei Potsdam mit Blick auf den Jungfernsee. Seit der Eröffnung im Jahr hat sich die Gasthausbrauerei zu einem der beliebtesten Ausflugsziele für Einheimische und Touristen entwickelt.

Die Meierei Potsdam als Zeitzeuge der Geschichte

Ursprünglich noch von Weidenflächen umgeben war das Gelände der Meierei Potsdam ideal um dort die Pläne Preußens Königs Friedrich Wilhelms II. umzusetzen und den 1787 in Auftrag gegebenen Marmorpalais über eine eigene Molkerei mit Milchprodukten zu versorgen. Mit der Fertigstellung im Jahr 1792 siedelten sich auch die ersten Milchkühe an und die Produktion und Milch, Quark und Käse aus eigener Herstellung konnte beginnen. Verantwortlich für das mediterrane Aussehen der Meierei im Neuen Garten war der Baumeister Carl Gotthard Langhans, der den Bau selbst in die Hände des Architekten Andreas Ludwig Krüger legte. Die war jedoch nur das erste Kapitel einer über 200 Jahre andauernden Geschichte.

Das heute bekannte und charakteristische Erscheinungsbild erhielt die Meierei jedoch erst über 50 Jahre später in den Jahren 1843/44. Zu diesem Zeitpunkt wurde eine zweite Etage nach den Plänen von Ludwig Persius hinzugefügt. Ein Blick auf die Meierei Potsdam genügt um zu erkennen, dass der Charakter des ursprünglichen Gebäudes dabei vollständig erhalten blieb. Der bereits von weiten zu erkennende Schornstein ist dagegen eine direkte Erinnerung an die Industrielle Revolution. Seit dem Jahr 1861 wurde die mühsame manuelle Fertigung der Milchprodukte von einer Dampfmaschine abgelöst. Der dabei produzierte Dampf wurde über den Schornstein abgeleitet. Die Nutzung der Meierei Potsdam am Jungfernseeufer erfolgte bis ins Jahr 1918 ausschließlich als Molkerei.

In den letzten hundert Jahren wurde die Meierei Potsdam dahingegen zu einem öffentlichen Ausflugsziel. Dies begann nach dem Jahr 1918 mit der Nutzung als Ausflugslokal. Bis zu 1000 Menschen konnten sich damals zeitgleich in der Gaststätte aufhalten und bewirtet werden. Erst mit der Zerstörung durch den zweiten Weltkrieg geriet die Meierei Potsdam in Vergessenheit. Der Verfall des Gebäudes setzte sich durch die nah verlaufende Grenze in der DDR sogar noch weiter fort. Erst nach dem Fall der Berliner Mauer wurde auch die Meierei Potsdam wiederentdeckt und aufwendig im alten Glanz restauriert. Im Jahr 2003 konnte somit die neue Gasthausbrauerei von Jürgen Solkowski eröffnen, in der heute bis zu 500 Gäste den Ausblick auf den Jungfernsee genießen können.

Jürgen Solkowski verleiht dem Ganzen ein Gesicht

Erfahrungen sammelte der aus Berlin stammende Braumeister Jürgen Solkowski unter anderem im Brauhaus Spandau sowie dem am Schloss Charlottenburg gelegenem Luisenbräu. Die Ergebnisse dieser jahrelangen Erfahrung kommen heute nicht nur seinen Gästen zu Gute, sondern wurde auch mehrfach mit renommierten Auszeichnungen bedacht. Dazu zählt unter anderem der viermal in Empfang genommene Goldene Preis der der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft für Qualitätsbiere aus Gasthausbrauerei. Das beste Beispiel für diese Braukunst ist das Meierei Hell, welches zu einem der Aushängeschilder der Brauerei geworden ist. Besonders beliebt ist die weit über die Landesgrenzen hinweg bekannte Berliner Weiße in der Zeit von Mai bis September, in denen die Meierei Potsdam ihre Außenterrasse öffnet. Neben dem vollmundigen Hellen werden auch charaktervolle Schwarz- und Rotbiere ausgeschenkt. Je nach Saison oder besonderen Ereignisse befinden sich bis zu 14 Biersorten im Angebot der Gasthausbrauerei. Das großzügige Gebäude erlaubt es sogar Biere zum Mitnehmen anzubieten, womit auch Touristen die Chance erhalten sich selbst ein wohlschmeckendes Souvenir mit nach Hause zu nehmen.

Den Titel als bestes Ausflugslokal in Verbindung mit dem Siegel Potsdamer Gastlichkeit hat die Meierei Potsdam jedoch nicht nur seinen ausgezeichneten Bieren zu verdanken. In Kombination mit einer frisch zubereiteten Hausmannskost wird das kulinarische Erlebnis am Ufer des Jungfernsees abgerundet. Ob mit Eisbein, Preußischer Kartoffelsuppe oder Bockwurst werden auch die Rezepte, die seit Generationen weitergegeben werden weiter den Besuchern angeboten. Hinzu kommen in den Sommermonaten gegrillte Haxen und Spare Ribs, welche die Außenterrasse mit einem appetitlichen Grillaroma umhüllt. Bis spät in den Abend sehen die Besucher hier langsam die Sonne über dem Jungfernsee verschwinden und den Mond aufgehen. Doch auch in den anderen Monaten ist die Meierei Potsdam einen Besuch wert. Auf drei Etagen genießen die Gäste dann im Innenbereich die einzigartige Kombination aus Speisen, Getränken und Ambiente. Besonders gelungen kommt dieses Ambiente im königlichen Teezimmer zur Geltung. Hier erstrahlt etwas des Glanzes des benachbarten Marmorpalais und lässt die Gäste endgültig in das royale Flair des Gebäudes eintauchen.