Meierei Potsdam
Mittelalter 5
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Bier brauen im Mittelalter, Seite 5


  • Fortsetzung

Auch wenn viele Klosterbrauereien per landesfürstlichem Beschluß dicht gemacht wurden, ist es ein wesentlicher Verdienst der Mönche, sich als erste wissenschaftlich mit dem Bier auseinandergesetzt zu haben. So soll zum Beispiel in Brabanter Klöstern erstmalig Hopfen, das dem Bier seine Würze und natürliche Haltbarkeit gibt, benutzt worden sein. Entsprechend läßt sich sich auch die Legende erklären, die dem Brabanter König Gambrinus fälschlicherweise die Erfindung des Bieres zuschreibt - er wird noch heute als Schutzpatron der Brauer verehrt.

Die Verwendung von Hopfen für die Herstellung von Bier löste heftigen Streit aus, um das sogenannte Grutrecht. Krug des Anstoßes Das "Anstoßen" wurde, einem Gerücht zu Folge, als Vertrauensbeweis im Mittelalter zur gängigen Tischsitte. In dieser Zeit war es durchaus üblich, den einen oder anderen Zeitgenossen mittels Gift vom Diesseits ins Jen-seits zu befördern.

Um nun in gemütlicher Runde sicher sein zu können, dass keiner der Anwesenden ein derartig heimtückisches Attentat geplant hatte, stieß man mit den massiven Krügen so heftig an, dass das Bier überschwappte, in den Krug des Gegenübers wohlgemerkt. Wollte ein Attentäter oder Auftrageber also die Gefahr meiden, selbst ein Portiönchen des verabreichten Mittelchens zu schlucken, durfte er nicht anstoßen. Wer nicht anstieß war also verdächtig! Im Umkehrschluß heißt das: Traue nur denen, mit denen Du zum Biere gesessen und angestoßen hast.

Heute sollte man die zünftig mittelalterliche Art des Anstossens nur mit massiven Zinnbechern oder Holzkrügen praktizieren, wenn man Bruch vermeiden will.