Wie aus dem "Alten Fritz" ein Brauer wurde

Alte Fritz

Einen ordentlichen Beruf sollte er erlernen, bevor es ans Regieren kam. Friedrich entschied sich für den Beruf des Bierbrauers, den er in der väterlichen Brauerei in Potsdam erlernte. Eine Entscheidung, die sein gesamtes Leben beeinflußte, was vor allem die Importeure des immer stärker werdenden Modegetränkes Kaffee zu spüren bekommen sollten. Denn immer mehr Leute tranken Kaffee und die Einnahmen aus der Biersteuer gingen stark zurück, woraufhin der alte Fritz den Kaffee einfach verbot. Seine Begründung: "Ein jeder Brauer und gemeine Mensch gewöhnt sich jetzt zum Kaffee. Wird das ein bißchen eingeschränkt, so müssen sich die Leute wieder an das Bier gewöhnen, denn das ist zum besten ihrer eigenen Bierbrauereien. Übrigens sind Seine Königliche Majestät höchstselbst mit Biersuppe erzogen worden. Ihre Väter kannten nur Bier, und das ist das Getränk, das für unser Klima paßt."

Nach der Besetzung durch Napoleon 1806 wurde die preußische Hauptstadt Mittelpunkt der patriotischen Bewegung gegen die Fremdherrschaft. Heute noch bekannt sind die "Reden an die deutsche Nation" des Philosophen Johann Gottlieb Fichte, des ersten gewählten Rektors der 1810 gegründeten Berliner Universität. Viel mehr als diesen Reden interessiert uns, was die Franzosen von der Berliner Weiße hielten und diese waren schlichtweg begeistert. Sie gaben ihr sogar den Spitznamen "Champagner des Nordens". Die bürgerliche Revolution vom März 1848 führte in Berlin kurzzeitig zu Reformen und zur Gründung einer preußischen Nationalversammlung. Der anfängliche Sieg auf den Barrikaden endete jedoch nur wenige Wochen später mit der Besetzung der Stadt durch die königstreuen Truppen des Generals Friedrich von Wrangel. Mit der Gründung des Deutschen Reiches in Versailles wurde der preußische König Wilhelm I. Kaiser von Deutschland, der preußische Minister Otto von Bismarck Reichskanzler und Berlin die Hauptstadt Deutschlands.

Den Rest der Geschichte sollten sie kennen, vom 1. über den 2. Weltkrieg, von der Teilung der Stadt bis zur Wiedervereinigung geschah aus Brau-historischer Sicht nicht mehr viel. Die meisten Berliner Brauereien produzieren heute Bier Pilsener Brauart und die Berliner Weiße stellt nur noch einen unbedeutenden Wirtschaftsfaktor dar. Bei der Berliner-Kindl- Brauerei, der größte Produzent an Berliner Weiße, ist der Anteil dieser Spezialität in Prozent lediglich einstellig,