Top-Secret-Bier

Ein schon fast in Vergessenheit geratener britischer Bierstil
wird immer beliebter. Bereits im 18. Jh. ließ sich George Washington,
einer der Gründerväter der USA, britisches Porter liefern.
Es hatte schon damals hohes Lagerpotenzial und
überstand lange Schiffsreisen unbeschadet.

Dieses Bier, das anfangs aus einer Mischung aus Ale, einfachem Bier
und einem besonders wertgeschätzten „twopenny-ale“ bestand,
war sehr beliebt bei den Gepäcksträgern bzw. Hafenarbeitern.
Daher kommt der Name „porter“. '
Bald verbreitete sich dieser Bierstil, der sehr intensiv gehopft
war, über ganz England. Es entstanden Unterkategorien wie ein leichtes
oder auch ein starkes Porter, das man „stout-porter“ nannte.
Aus diesem Bierstil entwickelte sich später das heute berühmtere Stout.
Nachdem die hellen Biere gegenüber den dunklen Bieren
immer mehr die Oberhand gewannen, gab es Ende des 20. Jh. nur noch
wenige britische Brauereien, die ein authentisches Porter brauten.
Eigentlich war es die amerikanische Microbrewery-Szene, die sich mehr und mehr
dem britischen Porter widmete und eigene Stilrichtungen daraus entwickelte.
Heute findet man auch in England wieder ursprüngliche Porter-Biere.

Die geschmacklichen Unterschiede zum Stout sind oft nur gering.

Porter-Biere sind jedoch meist cremiger, weniger bitter und nicht so
tiefschwarz wie die Stouts, die neben der Röstbittere eine angenehme Säure
erkennen lassen.
Bei der Verkostung schimmert ein glänzendes, rot-braunes Mahagoni
im weiten Pokal, darüber rastet ein cremig-weicher, beiger Schaum.
Ein feines fruchtiges Aroma mit einem Hauch von Kaffee- und Schokoladenoten
wirkt imposant, lässt jedoch auch einen karamelligen Geruch erkennen.
Der Anfangsgeschmack ist geprägt von einer angenehmen Süße,
die in einen aromatischen Bittergeschmack führt.
Die elegant modellierte Körperstruktur präsentiert sich geschmeidig-weich
mit röstig-malzigem Charakter und Spuren von getrockneten dunklen Beeren.
Eine dichte Geschmacksfülle lässt nicht los, klingt dann aber doch sauber
und trocken aus und hinterlässt einen angenehmen Bitterton.

Die Kombinationsmöglichkeiten mit einem britischen Porter sind vielfältig.
Sehr empfehlenswert ist es zu frischen Austern, Muscheln, Wild, Schmorgerichten,
Blauschimmelkäse und Schokoladendesserts.

Ein herzliches Prost!

Technologische und analytische Charakterisierung:
Traditionell englischer obergäriger Bierstil, der im gesamten Ostseeraum heimisch wurde.


Quelle:
BRAUWELT, Okt. 2011
Bier-Sommelier-Weltmeister Karl Schiffner beschreibt die europäische Biervielfalt
Titel: Genuss-Portrait Bier

Geschmackssache

Unser Haus- und Hofbier ist das „Meierei-Hell“. Es handelt sich um ein untergäriges, unfiltriertes hefetrübes Kellerbier mit einem Stammwürzegehalt von 12,8% und einem Alkoholgehalt von 5,2 Vol.%

Neben den anderen Spezialbier-Sorten des Hauses wird dieses bernsteinfarbene Bier das ganze Jahr über ausgeschenkt. Es ist jeder Zeit am Hahn und kann auch immer auf 1l-Flaschen oder 2l-Siphons abgefüllt werden. Unser Braumeister entwickelte das Rezept, als er 1987 seine erste Gasthausbrauerei, das legendäre „Luisen-Bräu“ in Berlin-Charlottenburg, eröffnete.

Wie schmeckt das „Hell“ ? Kurzfassung unseres Braumeisters:

„würzig, süffig, vollmundig malzig und weich mit leichter aromatischer Hopfennote.

Das schmeckt auch den Damen, wetten !?“
Es gibt fachkundige „Wortakrobaten“, die Genuss noch viel besser ausdrücken können:

Zitat:
Bier-Sommelier-Weltmeister Karl Schiffner beschreibt die europäische Biervielfalt – heute:
Helles und Bernsteinfarbenes Kellerbier

Der Geschmack der Kellerbiere ist sehr unterschiedlich, und jeder Braumeister versucht, seinem Bier ein unvergleichliches Geschmacksprofil zu geben. Schon mit dem Auge erfassen wir die seidige Weichheit dieses in hellem Orange schimmernden Bieres, das eine gleichmäßige Trübung und einen festsitzenden, cremigen Schaum zeigt. Kleine Kohlensäurebläschen schlängeln sich gemächlich nach oben. Ein feiner Malzduft, der an geröstetes Weißbrot erinnert, umgibt die Nase. Dahinter tauchen grazile Kräuternoten auf und vermengen sich mit dem Malzduft. Der Antrunk ist angenehm sämig und lässt eine elegante Süße erkennen, die in Balance mit einer kräuterartigen Bitterkeit steht. Das Mundgefühl ist weich und ölig. Die Süße tritt in den Hintergrund, und ein solider, stattlicher Bierkörper, der umhüllt ist von diskreten Hopfenaromen, erscheint. Das Finale gestaltet sich außerordentlich freundlich und animiert zum nächsten Schluck. Von solch einem  Trunk trinkt man sicher gern ein Gläschen oder Krug mehr, am besten in einem von Bäumen beschatteten Biergarten.

Quelle:
BRAUWELT 24-25/2012
Titel: Genuss-Portrait Bier